Imagine – Folienzauber

Michael Jansen in hifi & records 04/2001

Eine Begegnung mit Beveridge-Elektrostaten in den 70er Jahren hat Spuren hinterlassen. Seit damals ist Jürgen Beckers fasziniert vom Charme der Folienwandler. Dieses Maximum an Klarheit, Transparenz und Detailreichtum, diese Lebendigkeit und deutliche Abbildung eben jener feinen Details sind es, die nicht nur den Chef von monitor db faszinieren.

Imagine Folienzauber

Imagine Folienzauber

Hierzu ein kleiner Exkurs, beziehungsweise meine ganz persönliche Meinung zu Flächenstrahlern. Ad 1: lch bekenne mich ebenfalls als begeisterter Flächenstrahler-Anhänger. Ad 2: Auch ich sehe seine prinzipbedingten Defizite in puncto Tonalität, Räumlichkeit und Dynamikpotential. Das größte Problem scheint meiner Meinung nach die relativ starke Bündelung der meisten Elektrostaten zu sein. Nicht weil sie nur vielleicht einen Hörplatz akustisch ausleuchten können, sondern weil sie aufgrund der frequenzabhängigen Bündelung keinen ausgewogenen Indirektschall erzeugen. Wenn man aber bedenkt, dass Musikhören stets in Verbindung mit dem Abhörraum empfunden und bewertet wird, kann man sich vorstellen, wie wichtig nicht nur der Primärschall ist, also der Schallanteil, der ohne Umwege die Ohren der Hörer erreicht, sondern auch der Sekundärschall, der über Reflexionen der Begrenzungsflächen zu ihnen gelangt. Beide Schallanteile sollten im „Frequenzinhalt“ nicht zu stark differieren, so meine Überzeugung. Misst man also die Schallleistung eines Lautsprechers in einem schallharten Raum, quasi das, was er in alle Richtungen abstrahlt, dann sollte der Lautsprecher über den Hörbereich keine abrupten „Energieänderungen“ zeigen (das gilt natürlich für alle Wandlergattungen). Betrachtet man die Gattung der Bändchen-Lautsprecher mit mannshohen schmalen Membranstreifen für den Mittelhochtonbereich – der so genannten Line-Source – und einer Folie für den Grundton-beziehungsweise Bassbereich, dann sieht die Sache schon anders aus. Hier handelt es sich aufgrund einer sehr schmalen, lang gezogenen Membranfläche um eine über den gesamten wichtigen Mittelhochtonbereich sehr breit und vor allem sehr gleichmäßig abstrahlenden Schallwandler. Somit dürften der Direktschall und zumindest der seitlich reflektierte Schall nicht sehr stark differieren. Vertikal bündeln auch diese Systeme sehr stark, was jedoch insofern von Vorteil ist, als Boden-und Deckenreflexionen eher ausgeblendet werden, mithin keine Frühreflexionen den Primärschall „verschmieren“. Wer solche Lautsprecher schon einmal gehört hat, weiß die gebührende Distanz zur Bühne und authentische Raumdarstellung mit dennoch sehr deutlicher Detailabbildung zu schätzen.

Meiner Überzeugung nach kommen jene Lautsprecher, die über einen weiten Bereich von etwa 300 Hertz bis vielleicht acht Kilohertz oder sogar bis ans Ende des Hörbereichs einen Breitbänder in Form einer LineSource verwenden, der Realität am nächsten. Leider sind solche Projekte für Lautsprecher-Hersteller nicht sonderlich lukrativ. Auch für Jürgen Beckers gab es Gründe genug, sich dem schwierigen Thema, einen Elektrostaten zu verbessern, lieber nicht zu widmen, so der Tüftler. Doch vor etwa zwei Jahren kam der Sinneswandel das Gefühl siegte über die Vernunft. In einem Gespräch mit Norman Gerkinsmeyer, einem sehr engagierten Händler, wurden alle Stärken und Schwächen der Elektrostaten erörtert. Und man kam zu dem Ergebnis: Es gibt eine Menge Entwicklungspotential. Die Co-Produktion Beckers/Gerkinsmeyer will dem Elektrostaten mit all seinen Meriten Tugenden beigebracht haben,die bislang nur exzellente konventionelle, dynamische Lautsprecher besaßen: Pegelfestigkeit, realistische räumliche Darstellung und korrekte Tonalität soll das neue Top-Modell von monitor db beherrschen.

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Hier geht es weiter zu einem Bericht in der Zeitschrift FOCUS.